Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in mein absolutes Lieblingsgenre geben: Das Kammerspiel. Hört sich auf den ersten Blick ziemlich langweilig an, ist es aber keinesfalls. In keinem anderen Genre können Charaktere so intensiv miteinander interagieren. Da die meisten Kammerspiele nahezu nur aus Dialogen, Diskussionen und Wortgefechten bestehen, erfahren wir so unglaublich viel über die handelnden Personen wie in keinem anderen Genre. Es ist einfach spannend einer guten Diskussion zu folgen, sich auf eine Seite zu schlagen oder sich seine eigenen Gedanken zum jeweiligen Thema zu machen. Ich will euch auch gar nicht lange aufhalten und euch einfach einen kleinen Einblick in meine liebsten Kammerspiele geben. Lets go!
Fangen wir mit dem Klassiker schlechthin an: Die 12 Geschworenen. Seit Uhrzeiten auf Platz 6 der Imdb und das sogar beinahe zurecht. Worum gehts? Ein junger Mann, um die 18 Jahre alt, soll seinen Vater erstochen haben, die Beweisführung des Anwalts scheint schlüssig und spricht ganz klar gegen den jungen Mann. Der Film setzt mit der Beratung der 12 Geschworenen ein, die nun ein eindeutiges Urteil, so wie es in Amerika üblich ist, finden sollen. 11 der Geschworenen sprechen sich gegen den Jungen aus, nur ein Geschworener sieht keine Schuld, bisher allerdings auch noch keine Unschuld in dem jungen Mann. Langsam entwickeln sich hitzige Diskussionen unter den Jurymitgliedern, die verschiedener nicht sein könnten: Da haben wir die klassischen Leitfiguren, Gutmenschen, Schüchterne, Misantropen oder einfach nur klassische Mitläufer, die sich den Meinungen der anderen anschließen. Mit der Zeit entwickelt der Film so eine ganz eigene Dynamik, verschiedene Interessengruppen spalten sich ab und agieren gegeneinander, Geschworene reden sich in Rage und die Spannung zwischen einigen Personen liegt förmlich in der Luft. Kein Wunder, dass der Film im Original 12 Angry Man heißt. Einer der spannensten Filme überhaupt und dabei spielt der ganze Film nur in einem kleinen Raum und es wird letztendlich nur diskutiert. Das Drehbuch ist übrigens so gut gelungen, dass selbst Psychologen den Film als Musterbeispiel für Rollenverhalten und Gruppendynamik nennen, Hut ab!
So, das war der erste Teil meines kleinen Kammerspiel Exkurses, da kann noch einiges folgen, meine beiden Lieblingsfilme habe ich noch nichtmal gennant, stay tuned. Ebenfalls Kammerspiel-Fan oder etwa Hater und du hast ein anderes Lieblingsgenre? ---> In die Kommentare damit!
